Freiwillige Feuerwehr Glesch - Geschichte

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Glesch 1902-2005

Im Jahre 1902 ereignete sich folgendes Spektakel an einem warmen Sommernachmittag in Glesch: Menschen liefen in Richtung Hauptstraße und riefen „Feuer, Feuer!“ und wieder „Feuer, Feuer!“. Die Männer, Frauen und Kinder verließen die Felder, ließen ihre Arbeit liegen, holten Eimer und Kannen und eilten zur Hilfe, denn über den Anwesen der Landwirte Schumacher, Kemmerling und Stock konnte man einen grellen Feuerschein entdecken, der die ganze Gemeinde bedrohte. Die Leute bildeten lange Menschenketten vom Brunnen bis an die Feuerstelle und reichten die Eimer und Kannen gefüllt mit Wasser weiter, doch das Wasser war nur der „Tropfen auf einen heißen Stein“, denn es verdampfte in windeseile. Da man nicht im Stande war, die brennenden Stallungen zu löschen, versuchte man wenigstens die Nachbargebäude der Landwirte zu retten, was den Menschen auch gelang. Die Wohngebäude der Landwirte Kemmerling und Schumacher konnten gerettet werden, doch das Anwesen des Landwirts Stock brannte völlig nieder.

Dieses Ereignis war nicht nur die größte Katastrophe in der näheren und weiteren Umgebung, sondern auch die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Glesch. Man nimmt an, dass nach diesem Ereignis einigen Landwirten, wahrscheinlich bei einem Gläschen Bier in einer der Dorfschenken, der Gedanke gekommen ist einen freiwilligen Feuerschutz zu gründen, denn der Schreinermeister Josef Schmitz ging zum damaligen Gemeindebürgermeister und trug ihm sein Anliegen vor. Der Bürgermeister erließ einen Aufruf an die Bevölkerung und schon nach kurzer Zeit konnte die Feuerwehr mit 25 Wehrleuten gegründet werden.

Die Feuerwehr bestand zum damaligen Zeitpunkt aus Arbeitern und hauptsächlich aus Landwirten, welche auch den größten Anteil an dieser Arbeit hatten. Die Landwirte waren meist immer im Ort und damit standen sie zur ständigen Verfügung. Arbeiter hingegen waren oft in anderen Orten beschäftigt und konnten somit keine Alarmglocke hören. Die Technik war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht so weit fortgeschritten. Sirenen, die man per Knopfdruck auslösen konnte, gab es nicht. Nach Aussagen der damaligen Feuerwehrleute ging Johann Hilgers (Tröte Jupp) mit einem Horn durchs Dorf und alarmierte so die zuständigen Wehrleute. Zum Dienst trafen sich die Wehrleute zweimal wöchentlich um 6.00 Uhr morgens. Ihnen stand ein kleines Gebäude zur Verfügung, in dem sie gerade Platz hatten, um den Pumpenwagen unter zu stellen. Eine Zugmaschine für den Pumpenwagen gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht.

Der schwere Pumpenwagen musste per Hand oder mit Pferden gezogen werden, daher konnten die Wehrleute damals nur mit mindestens 7 Wehrleuten ausrücken. Auch die Pumpe musste „bedient“ werden. Die Männer, die die Pumpen bedienten, mussten schwere körperliche Arbeit leisten, die nicht sehr lange auszuhalten war. Schläuche und Strahlrohre wie es sie heute gibt, waren damals nicht vorhanden. Ledereimer wurden in der Anfangszeit zur Bekämpfung genutzt. Jedes Paar das heiraten wollte musste einen solchen Eimer vorweisen, ansonsten wurde die Trauung nicht vollzogen. Feuersichere oder hitzebeständige Kleidung, sowie Ausrüstung hatten und kannten die Wehrleute nicht.

Aufgrund der immer mehr voranschreitenden Technisierung wurde die Ausrüstung der Feuerwehr Glesch immer besser. Ferdinand Hilgers besorgte der Feuerwehr etwa 10-20 Jahre nach Gründung der Feuerwehr eine handbetriebene Sirene aus Köln. Diese wurde im Birnenbaum von Lisbeth Klumb aufgehangen und ertönte fortan beim Einsatzfall anstelle des Hornes. Auch die Ausrüstung der Feuerwehr wurde besser. Die Wehrmänner spannten nun eigene Tracktoren vor den Pumpenwagen. Etwa 30 Jahre nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ertönte zum ersten Mal eine elektrische Sirene vom Dach eines Gebäudes. Während des Krieges übernahmen die Frauen den Brandschutz in unserem Ortsteil. Trotz der harten und schwierigen Nachkriegszeit blieben die Männer ihrem Hobby und dem Leitsatz der Feuerwehr: „ Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, treu. Das erste richtige Feuerwehrfahrzeug kam erst in den 50er Jahren nach Glesch.

Doch nicht nur die Ausrüstung wurde aufgrund der immer fortschreitenden Technisierung besser, sondern auch das Aufgabenfeld der Feuerwehr änderte sich enorm. Der Begriff Feuer- und Rettungsdienst umfasst längst nicht mehr den ganzen Aufgabenbereich der Feuerwehren, so auch nicht mehr dem der Feuerwehr Glesch. Lag der Schwerpunkt des Aufgabenbereichs zur Gründung der FF Glesch hauptsächlich bei der Brandbekämpfung, so liegt der Schwerpunkt heute mehr auf Seiten der Technischen Hilfeleistung. Keller stehen immer häufiger unter Wasser, Naturkatastrophen nehmen zu und Autounfälle werden immer häufiger und drastischer.

Aufgrund dieses Wandels mangelte es der Feuerwehr an Raum. Daher baute man im Jahre 1965 ein neues Feuerwehrgerätehaus an seinem jetzigem Standort in der Jahnstraße. 10 Jahre später im Jahr 1975 gründete die Löschgruppe erstmals eine Jugendfeuerwehr, die jedoch einige Jahre später wieder geschlossen wurde.

Heute, genauso wie damals gelingt es den Wehrleuten nicht, trotz neuer Lehrgänge und ständiger Auffrischung der erlernten Kenntnisse den praktischen Übungen zu entkommen. Nach Aussage eines Feuerwehrmannes wurde der Ernstfall damals an einem brennenden Heuballen geprobt; heute zündet man nur noch selten Gegenstände zu Übungszwecken an. Die Übungen werden trotzdem nicht einfacher, denn auch hier wird der Ernstfall geprobt und dies entweder alleine, oder mit anderen Wehren zusammen. So traf sich die Freiwillige Feuerwehr Glesch schon öfter mit anderen Wehren um den Ernstfall zu proben. Beispiele dafür sind die Übungen im Tagebau der Rheinbraun, die Übungen der Brandbekämpfung im Paffendorfer Schloss, in der Grundschule Glesch und in Alt Etzweiler sowie in Sief zusammen mit der Partnerwehr Sief oder bei der Simulation eines Zugunglücks im Bahnhof der Gemeinde Quadrath- Ichendorf.

Großeinsätze wie der zu Anfang geschilderte hat die Feuerwehr nicht viele erlebt. Zu erwähnen wäre der Großbrand im Haus der Familie Schmitz, bei dem das Gebäude schwer beschädigt wurde, der Großbrand der Großturnhalle Zieverich, die bis auf die Grundmauern nieder brannte und bei dem die Feuerwehrleute über 12 Stunden im Einsatz waren, sowie die Hochwasserkatastrophe in Köln im Jahre 1993 bei dem die FF Glesch auch mit helfender Hand zugegen war und zur Erinnerung und als Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung eine Urkunde erhalten hat, sowie der Brand der Gaststätte „ Haus Strehl“. Einsätze anderer Art, die nicht groß waren, aber ihre Spuren hinterlassen haben, hat auch die Freiwillige Feuerwehr Glesch erlebt. Die Arbeit der Feuerwehr beschränkt sich meist auf das Löschen kleinerer Brände oder Kaminbrände, Autounfälle, Ölspuren und kleinere Überschwemmungen in Kellern.

Im Jahre 1992 erfuhr die Feuerwehr Glesch das sie eigentlich nicht ihr 90 jähriges Jubiläum, sondern ihr 156 jähriges Jubiläum feiert, denn im Jahr 1836 wurde ein sogenannter „Brandchorps„ gegründet, zu dem 20 Feuerwehrleute die sogenannten „Pompiers„ und eine Rettungskompanie gehörten. Eine Urkunde, die im Glescher Feuerwehrhaus zu sehen ist bestätigt diese Gründung.

1998 gründete die Löschgruppe Glesch abermals eine Jugendfeuerwehr mit 14 Jungen und Mädchen, die schon 1999 eine Mitgliederzahl von 23 Jungen und Mädchen erreichte und noch heute hat.

Das Feuerwehrgerätehaus an der Jahnstraße wurde noch einige Male umgebaut und anders gestaltet. So änderte man das Flachdach zu einem Satteldach, der Schriftzug „ Freiwillige Feuerwehr Glesch „ wurde in Eigenarbeit auf die Frontseite des Feuerwehrhauses gepinselt. Das Feuerwehrtor wurde von einem roten Schiebetor zu einem silbernen Rolltor umgebaut. Die Sanitärenanlagen für die weiblichen Mitglieder wurden in Eigenarbeit hergerichtet. Das Grundstück neben dem Feuerwehrhaus wurde nach Übernahme einer Grünpatenschaft von einigen Feuerwehrmitgliedern entkrautet, mit Blumen bepflanzt und gepflegt. Am 06. 05. 2002 begannen die Arbeiten zur Fertigstellung des Anbaus und Umbaus an unserem Gerätehaus. Verursacht durch einige Schwierigkeiten bei den Baumaßnahmen musste die Feuerwehr Glesch die Umbaumaßnahmen am alten Feuerwehrhaus selbst durchführen. In etlichen Stunden wurden die Rückstände des alten Flachdaches abgetragen. Zwei Stahlträger wurden zur Stabilisierung des Feuerwehrhauses montiert. Wände wurden versetzt und zum Teil ganz eingerissen.

Im April 2004 konnten die Baumaßnahmen am Feuerwehrgerätehauses Glesch nach den oben genannten Schwierigkeiten (wie der Insolvenz eines Bauunternehmers) mit der Einweihung des neuen Gerätehauses durch den stv. Bürgermeister der Stadt Bergheim abgeschlossen werden.

In 2005 bekam die Löschgruppe Glesch neben dem bereits vorhandenen Löschgruppenfahrzeug 8/6 und dem vom Förderverein der Löschgruppe angeschafften Ford Courier ein drittes Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Das Löschgruppenfahrzeug LF 8. Es dient im wesentlichen der Brandschutzerziehung im Stadtgebiet Bergheim und wird durch die Löschgruppe Glesch instand gehalten und gepflegt.